"Das wohl eines der schönsten und mir wichtigsten Interviews die ich gegeben habe. Ich finde darin viele Punkte wieder die mich und meine Liebe zur Musik ausmachen."

Schandmaul - Datum: 20.11.2001

Dem Hofnarren aufs Maul geschaut – Schandmaul philosophieren über Helden, Spitzbuben und Halunken. Lady´s and Gentleman, from the United States of Bayern, Prometheus proudly presents: Meinen Einstand bei "Walls of Fire". Schandmaul, Bayerns Hofnarren und Närrinnen, schickten ihren Bassisten Hubert "Hubsi" Widmann - der sich zugleich mit dem Banner Bandbegründer und Organisator der sechs Schandmäuler schmücken darf - mit mir in den Ring. Nach einem schweißtreibenden, zweistündigen Konzert in Regensburg nahm sich Mr. Hubsi zwischen Nudeln und Rotwein Zeit, meine Fragen zu beantworten. Ruhig und sachlich wurden diese beantwortet. Auf geht’s:
Interview
Thomas, euer Sänger, hat heute hier in Regensburg seinen 27-igsten Geburtstag gefeiert. Sein/euer Geschenk: Ein Plattenvertrag. Wurde euer großes Ziel somit schon erreicht oder habt ihr noch einiges vor?
Also wir haben sehr viele Träume, Ziele würde ich es nicht nennen. Wir machen Musik wegen dem Spaß, wegen der Freude, wegen den Leuten, wegen dem, was von den Leuten zurückkommt und es war eigentlich nie darauf ausgerichtet, daß wir Geld damit verdienen. Klar, jeder Musiker, jeder der irgendwann einmal angefangen hat, Musik zu spielen, hat den Traum einen Plattenvertrag zu bekommen, hat den Traum irgendwann einmal im Radio gespielt zu werden, aber direkt das Ziel war das nicht. Das Ganze ist aus einem Spaß heraus entstanden. Ich bin Tontechniker und war früher Musiker. Irgendwann habe ich wieder Lust verspürt für einen Auftritt auf der Bühne zu stehen. Daraufhin habe ich Gespräche geführt mit den Bands, mit denen ich im Studio zusammengearbeitet habe, und meinte, ob sie nicht Bock hätten, einen Auftritt mit mir zu spielen. So haben wir das Projekt Schandmaul gegründet.
Schon bei den ersten Proben haben wir gemerkt, wieviel Spaß uns das Ganze doch macht. Die letzten dreieinhalb Jahre haben wir nicht mehr aufgehört zu spielen und werden es so schnell auch nicht. Wir sind echt baff und schauen mit großen Augen auf das, was in drei Jahren aus dem „Kind“ Schandmaul geworden ist.

Du hast gesagt eines eurer Ziele ist es, im Radio gespielt zu werden, euch selbst zu hören. Habt ihr euch denn schon selbst im Radio gehört oder ist das euer nächstes Ziel?
Ich sprach nicht von Zielen, ich sprach von Träumen. Träume sind schon verwirklicht worden. Zum Beispiel hat der MDR schon eine Sendung über uns gemacht, wir sind auf diversen Radiosendern gespielt worden, wir werden in diversen Internet- und Spartenradios regelmässig gespielt. Leider ist diese Musik die wir machen, in den Augen von den Radiomachern nicht massenkompatible. Bayern 3 oder ähnliche Sender werden diese Musik nicht spielen. Das liegt jedoch grundsätzlich schon an der Sache selbst. Selbst die großen Brüder, die den Arsch viel, viel weiter oben haben als wir, werden genauso nicht gespielt. Trotz allem ist dieser Traum, sich selbst mal im Radio zu hören, seine Stimme in einem Interview zu hören, schon in Erfüllung gegangen.
Du hast es bereits angesprochen, etabliertes Funk und Fernsehen werden mehr von der modernen Musikwelt beherrscht, weniger von eurer Stilrichtung. Warum vorrangig „No Angels“ und Konsorten? Die Musik jedoch, in der auch etwas darin- und dahintersteckt, versinkt im Untergrund?! Kannst Du Dir vorstellen, warum das so ist?
Ich will mir jetzt kein Urteil über diese Musik erlauben. Es steckt in dieser Musik genau so viel Herzblut wie in unserer - zumindest gehe ich davon aus, das dies so ist. Uns gefällt diese Art von Musik, welche wir machen. Ich finde es schade, da ich selbst diese Musik gerne im Radio hören würde. Jedoch über andere zu richten, finde ich, steht keinem Musiker zu. Im Endeffekt macht der Markt das Angebot und wenn viele Leute das hören wollen, soll der Sender dies auch spielen. Ich glaube jedoch, ein Radiosender, welcher ein wenig freier in seiner Musikwahl wäre, würde durchaus auch seinen Erfolg haben.
Es war im Jahre 1999, als eure erste Scheibe „Wahre Helden“ das Licht der Welt erblickte. Vor kurzem kam der Nachfolger „Von Spitzbuben und anderen Halunken“. Seht ihr euch selbst denn mehr als „Wahre Helden“, als „Spitzbuben“ oder „Halunken“ der Musikszene?
lacht ...Von allem a bisserl.
Und wo liegt euer Schwerpunkt?
Im Gegensatz zu den Kollegen – ich spreche bewußt niemals von Konkurrenten, sondern immer von Kollegen - wie Bands wie Subway to Sally, In Extremo oder Tanzwut, welche irgendwie in die gleiche Kerbe hauen wie wir und dann eigentlich wieder doch nicht, beleuchten immer dieses düster aufbereitete Mittelalter. Wir versuchen das Ganze immer mit einem blinzelnden Auge zu betrachten. Aus Sicht des Hofnarren, des Spitzbuben. Wir singen in einem munteren 6/8 Takt davon, das der Knabe in seinem eigenen Blut im Wald erschlagen lag. Wir versuchen die Sache einfach von der lustigen Seite – nicht von der düsteren – zu betrachten. Das Mittelalter war eine sehr lebenslustige und offene Zeit. Es wurde zwischen den Nationen Handel getrieben – viel multikultureller als man dachte. Am Hofe in Deutschland wurden Musiker von überall her geholt. Einfach um Neues kennenzulernen. Genau diese Lebenslust, diese multikulturelle Zeit, versuchen wir zu beleuchten.
Du hast eure Verwandtheit mit Subway to Sally, In Extremo und Konsorten bereits angesprochen.. Habt ihr einmal die Absicht, diese Szenegrößen vom Thron zu schubsen?
Wie bereits gesagt, ich sehen sie als Kollegen, als liebe Kollegen. Viele von ihnen habe ich bereits kennengelernt, egal ob jetzt Merlons, Tanzwut oder In Extremo. Wir schätzen die Leute, mögen sie gerne, mögen ihre Musik. Ihre CD´s stehen bei uns im Regal. Man darf die Szene nicht so sehen, das nur Platz für eine Band ist die quasi ganz oben steht. Ein Fan kauft nicht nur eine CD im Jahr, sondern will immer wieder neue Musik hören. So ist Platz für uns alle. Jede Band hat ihre Berechtigung und Konkurrendenken liegt mir total fern. Jede Band hat ihren eigenen Stil, es dupliziert nicht einer das, was der andere macht. Tanzwut versucht zum Beispiel das Mittelalter mit Tekknobeats, genauso die gleiche Formation Corvus Corax versucht so authentisch wie möglich zu sein. In Extremo versucht das Ganze ein wenig metaliger. Wir versuchen das ganze von der folkigeren Seite anzugehen und denken schon, ganz was eigenständiges zu machen. Diese Eigenständigkeit ist dadurch entstanden, das sechs Personen zusammengetroffen sind, die eigentlich aus völlig unterschiedlichen Musikrichtungen kommen und genau diese sechs Leute ergeben das, was Schandmaul ausmacht.
Habt ihr auch mal vor, etwas englisch sprachiges zu machen?
Das ist außerst unwahrscheinlich. Zum einen darum, weil wir Geschichten erzählen, weil unsere Texte in meinen Augen sehr schöne, anhörenswerte Geschichten sind, die Sinn machen, die Aussage haben. Es ist uns sehr, sehr wichtig, das wir an die Leute rankommen, das sie verstehen, was wir meinen. Es liegt auch ganz, ganz viel Herzblut, sehr, sehr viel Seele in unserer Musik. Ich finde, dass das Geschehen mit deutschen Texten viel einfacher zu vermitteln ist. Zudem Deutsch ja auch unsere Muttersprache ist. Es scheuen viele Bands einfach vor deutschen Texten zurück, da schlechte Texte sehr leicht offensichtlich werden. Thomas und Birgit schreiben so geniale Texte, das wir uns mit unseren Texten auf keinen Fall verstecken müssen.
Stammen sämtliche Texte von Birgit und Thomas, oder bringen sich die anderen ebenfalls mit ein?
Jeder bringt sich mit ein. Ich habe - wie die anderen auch - an den ein oder anderen Text mitgeschrieben. Die Band ist eine Gemeinschaft, bestehend aus sechs Leute. Man wirft alles in einen großen Topf. Schandmaul ist deswegen so, weil es genau diese sechs Leute sind. Jeder bringt sein Talent ein. Der eine hat sein Talent im Schreiben von Texten, der andere hat sein Talent im Komponieren, der andere das Talent mit Leuten zu kommunizieren, mit Veranstaltern gut auszukommen. Alles in allem zeigt es auch das wir in drei Jahren sehr, sehr weit gekommen sind. Viel weiter als mit den Sachen, die wir zuvor probiert haben. Jeder war in einer anderen Band. Die Energie, die aus diesen Sechs Leuten kommt ist etwas besonderes.
Weg von der Musik hinüber zum Multimedialen. Das ihr nicht im Mittelalter stehen geblieben seid, beweist eure Homepage „schandmaul.com“. Habt ihr diese selbst gebastelt oder habt ihr dies in eine fremde Hand abgegeben?
Wir haben einen sehr guten Freund. Wir haben das große Glück das wir ein Umfeld haben, dass sehr kreativ an dem Ganzen mitwirkt. Diese Homepage mache ich mit einem Chefprogrammierer von der Pro7 – Seite, der dies auch beruflich macht. Gestaltung, Grafik, technische Umsetzung gehen von ihm aus. Die Texte und Inhalte liefert die Band. Diese Homepage ist unser Sprachrohr in dem oder über das wir Dinge mitteilen können, welche wir von der Bühne herunter nicht mitteilen können. Wo wir einfach unser Glück und Freude ausdrücken können. Wir sind regelmäßig im Forum dabei, diskutieren mit, versuchen den Leuten, die Fragen an uns stellen, sehr nah zu sein. Das ist eine total schöne Sache, so erhalten wir sehr starkes Feedback und Ressonanzen von den Fans. Sie zeigen auch wahnsinnig ihre Dankbarkeit das sie auch nah an die Band rankommen.
Im November standen vier Städte auf dem Tourplan. Im Januar startet eine längere Tour. Zieht ihr dann alleine durch die Städte oder bringt ihr jemanden mit?
Der jetzige Stand ist, das wir alleine unterwegs sind. Es kommt der ein oder andere Auftritt mit einer lokalen Band. Wir sind jedoch noch viel zu unbekannt um jetzt z.b. fremde Bands mitzunehmen um sie vorzustellen. Wir sind froh wenn wegen uns Leute kommen. Es hat auch organisatorische Gründe. Zum Beispiel sieht sich ein Veranstalter in Wilhelmshaven, 600 – 800 km von unserem Heimatort entfernt, nicht unbedingt in der Lage Hotel und Getränke für zwei Band zu bezahlen. Eine ganz klare und logische Geschichte. Wir sind froh das er uns nimmt, uns die Möglichkeit gibt, uns vorzustellen, dort zu aufzutreten. Darum ist die Möglichkeit einer Vorband eigentlich nicht so vorhanden. Anders sieht es wiederum im bayerischen Raum aus, München, Regensburg. Dort wo wir uns seit Jahren ein Publikum erspielt haben, können wir durchaus eine junge Band zeigen und vorstellen. Der Band bringt es dann auch was. In der Januartour fahren wir komplett Neuland ab. Durch das, dass jeder ganz normal in die Arbeit geht, sparen wir uns sozusagen die Zeit vom Mund ab. Wir opfern unseren ganzen Urlaub für die Musik. Mit der Tour – wie auch mit dem Plattenvertrag – erfüllen wir unseren Traum, nämlich durch Deutschland zu Touren. Das ist ebenfalls ein Traum eines jeden Musikers, eimal eine Deutschlandtour zu machen. Wir haben die Möglichkeit neben unserer Arbeit in der Nähe leichter zu spielen. Orte wie Regensburg, Nürnberg, Stuttgart kann man locker an einem Wochenende schaffen. Aber Bremen, Wilhelmshaven, Hamburg, Flensburg, wo einfach 12 Stunden Fahrzeit dranhängen, das geht nicht. Man kann nicht 14 Stunden Autofahren und einen guten Auftritt spielen. Du bist total platt. Du kannst am nächsten Tag einen guten Auftritt spielen und fährst am selben Tag wieder heim. Für einen Auftritt in Flensburg sind einfach drei Tage kaputt, wo du hier in der Gegend, im bayerischen Raum, drei Auftritte spielen könntest. Wenn Du heute einfach mal eine Tour hast und dich langsam durch Deutschland raufspielst und wieder runterspielst, hat man die Möglickeit auch die entferntere Gegend abzugrasen. Das ist natürlich Neuland für uns. Uns ist bewusst, das es passieren kann, das wir vor 30 oder 50 Leuten spielen werden. Klar, man muß sich alles erarbeiten und das ist gut so. Wir wollen es auch erarbeiten, und darum fahren wir dorthin.
Schandmaul, Mittelaltermusik, fast volles Haus. Ich würde die Besucherzahl auf 300 schätzen ...
Ich glaube sogar, es waren mehr. So warm wie es auf der Bühne war, war es reichlich – jeder geht durchgeschwitzt heim.
Ja, das auf jedenfall – zurück zu meiner Frage. Was macht Deiner Ansicht nach den Erfolg der rockigen Mittelaltermusik aus. Was macht diese so beliebt?
Es sind zum einen Instrumente die man lange Zeit nicht gehört hat. Drehleiher, Dudelsack, Geige, Flöte, Schalmeien usw. Es hat einmal eine Zeit gegeben, in der„Folk-Rock“ der Marke Dubliners sehr „in“ war – ist aber schon zehn Jahre her – wo Instrumente wie Geige und Flöte mit dabei waren. Diese mittelalterlichen Instrumente, diese Klangfarbe ist was völlig neues. Auch die Phantasie der Leute wird durch das Mittelalter besonders angesprochen. Wir können mit unseren Texten, mit dieser Phantasie sehr frei spielen, mit Bildern arbeiten, welche in jedem vorhanden sind. Wer hat früher nicht Ritter an Fasching gespielt und fühlt sich irgendwo in dieser Zeit zu Hause?! Das Mittelalter bietet eine riesige Möglichkeit mit diesen Bildern, mit dieser Phantasie zu arbeiten. Wir, Schandmaul behaupten nicht authentisch zu sein, diesen Anspruch erheben wir überhaupt nicht. In Anführungszeichen gesetzt ist es auch „albern“, authentisch sein zu wollen, da niemand wirklich weiß, wie damals Musik gemacht und gespielt worden ist, da es nur sehr, sehr wenig Notenmaterial gibt aus dieser Zeit. Dieses Material ist vor allem Kirchenmusik, es ist wenig höfische Musik überliefert, hört man auch wenn man auf Mittelaltermärkte geht, da diese Bands fast alle aufs gleiche Repertoire zurückgreifen.
Wir haben aus dem Ganzen etwas Eigenes gebaut. Wir spielen unsere ganz eigene Musik, beeinflußt von irisch-bretonischer Musik, die ja auch ihren keltischen Ursprung hat. Es sind mehr die Texte, die aus dem Mittelalter stammen als die Musik. Wir verzaubern die Leute mit eben diesen Texten. Und diese Musik, das Freie, das Fröhliche, welches wir auf der Bühne darstellen, wird von den Leuten sehr gerne angenommen.

Als Meister eures Faches beherrscht ihr ja viele Instrumente. Welches Instrument stufst Du als das Schwierigste ein?
Alles ist erlernbar. Es steckt zwar ein ganzes Stück Arbeit dahinter, ist jedoch erlernbar. Die Gitarre stimmt man und sie funktioniert. Einen Dudelsack oder Drehleiher muß man Arbeit reinstecken, das diese Instrumente auch wirklich funktioniert. Diese Instrumente sind zickig.
Besonders auf der Bühne, wo es heiß und feucht wird müssen diese eben auch einwandfrei funktionieren. Immerhin entsprechen diese Instrumente einfach nicht dem heutigen Stand der Technik, sondern sind eben mal dem letzten Jahrhundert entsprungen.
Eine Frage welche ich eigentlich zu Beginn hätte stellen sollen: Wie seid ihr zu eurem provokativen Bandnamen gekommen?
Ha. Weil er zu uns paßt. Einfach, weil er zu uns paßt.
Wollt ihr somit jemanden verletzen oder satirisch angreifen?
Nein, es geht ja um keine einzelne Person. Ich sehe uns in der Tradition des Hofnarren. Ein Hofnarr war am Hofe der Einzige, der wirklich alles sagen durfte. Wenn er zu sehr über die Strenge geschlagen hat, ist ihm halt mal der Kopf abgehackt worden. Aber das ist Risiko des Berufes. An sich jedoch ist er der Einzige, der die Wahrheit sagen durfte und somit war er ein Schandmaul. Er hat Sachen angesprochen was niemand ansprechen durfte - außer ihm. Das „Schandmaul“ sagt sehr, sehr viel aus. Es sagt aus, das wir deutsche Musik machen – weil es ein deutscher Name ist – es sagt etwas über die Zeit aus in der wir hineinversetzten. Und es sagt ein ganzes Stück an Fröhlichkeit und Schemenhaftigkeit von dieser Musik aus.
Welche CD hast Du als letztes gekauft.
Puhhhh ..... also ich bin ein begeisterter Musiksammler, habe eine riesige Bandbreite bei Musik. Meine CD-Sammlung sind inzwischen 850 CD´s. Von Klassik bis Hardrockbereich. Ich persönlich habe meine Lieblingsdiskographie auf unserer Hompage, auf meiner persönlichen Seite hinterlegt wo man nachschauen kann. Eine Scheibe die sich zur Zeit sehr häufig dreht ist „Sub7even". Ja, „Sub7even“ ist die letzte erworbene Scheibe.
Welchen Kinofilm hast Du Dir als letztes angesehen?
Puhhh .... das Problem ist, wenn man etwas – wie die Band - so intensiv betreibt, so viel Energie hineinsteckt, dann sind das unglaubliche Zeitfresser. Ich gehe gerne ins Kino, alles was man mit anderen Leuten, mit Freunden macht ist gut, ist schön. Ich wollte mir gerne „Ritter aus Leidenschaft“ anschauen, aber als ich mit dem Mischen unserer „Spitzbuben“-CD fertig war, war er leider nicht mehr im Kino.
Wirst Du Dir dann die Zeit nehmen, um „Herr der Ringe“ anzusehen, der im Dezember anläuft?
Aber sicher. Wir spielen am 21.12 in München die Feier zur Premiere. Freuen uns schon riesig drauf, freuen uns auch, das wir dafür engagiert wurden. Ich habe die Bücher gelesen und hoffe das der Film das Ganze wieder spiegelt und nicht die Bilder in meiner Phantasie kaputt macht.
Habt ihr vor, den ein oder anderen Handlungsstrang in eure Texte einzubinden?
Eigentlich nicht. Also es gibt nur sehr, sehr wenige Texte – mir fällt da im Moment nur einer ein - das ist der Siegfried – wo wir Geschichten der Sagenwelt aufgreifen. Diese sind auch sehr frei interpretiert. Die Geschichte zu Siegfried ist die: Der junge Siegfried sieht die Helden vorbeiziehenden und beschließt auch ein Ritter zu werden, geht zum Schmied. Der Schmied fragt Siegfried, ob er Geld dabei habe. Der kleine Siegfried sagt daraufhin nein, aber laß mich Deine Kunst erlernen, so das ich mein Schwert selbst schmieden kann. Im Endeffekt sind die ersten drei Seiten der Siegfried-Sagen zu diesem Lied aufbereitet. Wird sich vielleicht wie ein roter Faden durch die nächsten CD´s ziehen, vielleicht lassen wir ihn auch erwachsen werden. Der erste Song auf der Spitzbuben-CD, „Herren der Winde“, ist ein Song der ein Gefühl ausdrückt, ein Gefühl von Freiheit, von aufmachen, von wie schön die Welt sein kann, wenn man rauszieht. Es ist uns viel, viel wichtiger, die Sachen die in uns drin stecken zu zeigen, uns selbst in unseren Texten darzustellen. Wir wollen unser Ding draus machen - nicht das, was von anderen Leuten stammt.

Autor: Prometheus