Hubsi Widmann

Beruf (oder Berufung): Tontechnikgeschäftsführermusikerholzhändlerbassistsägewerkerproduzentholzhandelskaufmann

Es sind irgendwie sehr viele Dinge um die sich ein Leben dreht. Die meiste Zeit wenn´s hell ist bin Geschäftsführer einer Holzhandlung die ich mit meiner Mutter und meiner Schwester gemeinsam führe. Insgesamt sind es 8 Leute die in dem alteingesessenen Familienbetrieb arbeiten. Eine schöne Arbeit, die ich gerne mache, da sie eine solide Basis für alles andere schafft.

Wenn´s dunkel wird kommt Mister Hyde zum Zuge. Seit je her beschäftige ich mich schon mit Musik. Mit 8 Jahren begann ich klassischen Gitarrenunterricht zu nehmen. Nach einigen Jahren stellte ich jedoch fest, daß das Beatles-Songbuch doch wesentlich mehr meine Faszination weckte, als Bach oder Mozart. So daß ich das mit der Klassik wieder sein ließ, mußte aber jetzt feststellten, das Gitarrenspielen auch Spaß machen kann.
Mittlerweile 14 Jahre alt entdeckte man mein Talent, zum Musizieren und Blödsinn machen was mir meine ersten Auftritte als Gstanzelsänger auf Festen, Geburtstagen und Hochzeiten..... einbrachte.
Nach kürzerster Zeit wurde ich zum festen Bestandteil der Olchinger Lagerfeuermusikerszene und erweiterte mein Schaffensgebiet schon bald auf Fußgängerzonen, wo ich mit Blues und Rock´n Roll mit bayrischen Texten die Leute unterhielt.
Zu diesem Zeitpunkt kaufte ich von dem erspieltem Geld so nach und nach meine erste Verstärkeranlage und Mischpult, was mir in Nachwuchsmusikerkreisen plötzlich viele Freunde und Aufmerksamkeit bescherte. So begann ich meine ersten Bands zu mischen, was sich die nächsten 18 Jahre auch zu genüge tat. Mit Künstlern und Bands wie Eric Burdon, Blackeyed Blonde, Canded Heat, Steppenwolf, Alvin Lee (Ten years after) (Live-CD aufgenommen), Ostbahn Kurti, Willi Astor, Fiddlers Green, Such a surge, Instabokotables, The Busters, Rage, Megaherz, U.K. Subs und noch so 800 andere Bands wurden von mir auf Festivals, Club´s oder Tourneen gemischt. Nebenher arbeitete ich noch für ein Bildungswerk, 8 Jahre als Referent und Tontechniker bei der Ausbildung von Radiojournalisten.
Doch irgendwann überdrüssig im Dunklen zu arbeiten, gärte in mir wieder die Idee selbst auf der Bühne zu stehen. Darauf gründete ich die Band Schandmaul, das zuerst als 1 Konzertprojekt geplant war. Nach kurzer Zeit entstand schon die erste CD "Wahre Helden" und der weite Weg dürfte den meisten bekannt sein. Nach 5 Jahren, 3 CD´s, den Deutschen Folkpreis, einem Plattenvertrag und unglaublich viel Erlebten, trennten wir uns im Oktober 2003. Schade, schade, denn es seid ihr, das Publikum das ich vermisse. Was mir ganz und gar nicht fehlt ist die Maschinerie, die sich hinter so einem Erfolg aufbaut, die Erwartungshaltungen und das, wenn auch nicht offensichtliche, Zerren an dir.

Sonstige Stationen in meinem Leben:
Berufausbildung als Holzbearbeitungsmechaniker und Holzhandelskaufmann
9 Jahre Jugendleiter bei den Pfadfindern
1 Jahr LKW-Fahrer für Y-Tours
Gründer und 5 Jahre Musiker beim Schandmaul

Instrumente:
Gitarre, Bass, Mandoline, Drehleier, Gesang

Hobbys:
Arbeiten, Tonstudio, Instrumente, Essen, Joggen, Sachen zum Laufen bringen, Technik (alles was leuchtet und blinkt), Lenkdrachen fliegen, Paddeln

Lieblingsband/musiker:
Deutsch: Stefan Stoppok, (die Texte, Wahnsinn)
Herbert Grönemeier
International: John Mellencamp
Loreena McKennith

Schönstes Konzert (passiv):
Pink Floyd, Stuttgart, Delicate Sound of Thunder – Tour (ich glaub 1994 war’s), 2 Stunden Gänsehaut

Schönstes Konzert (aktiv):
Theatron München August 2000;
seit ich 12 Jahre alt war, bin ich jeden Sommer ins Theatron gegangen, tief drin der Wunsch mal selbst auf dieser Bühne zu stehen (So gehen Träume in Erfüllung)
und natürlich:
Rudolstadt Konzert um den Deutschen Folkpreis 2000,
mit dem Gefühl im Bauch von der Bühne zu gehen und jeder von uns hat das gegeben, was er konnte. Wir hatten ein richtig gutes Konzert gespielt und wenn´s nun der 3. Platz geworden wäre, hätte sich keiner von uns denken müssen, er hätte es verbockt.

Verrücktestes Konzert:
Murnau Kulturknall – als ich beim Hüpfen durch den Bühnenboden ging
Abartigstes Konzert:
Abschiedskonzert von Schandmaul - Elserhalle Oktober 2003

Steh ich voll drauf:
Freunde, Musik, Vertrauen, Spaß, Livekonzerte, Bühne, Essen, trockener Weißwein, Kontakt mit Menschen

Steh ich gar nicht drauf:
Computermusik (nur Kopf, kein Bauch); „Freunde“ die nur deshalb so dicht bei dir sind, um dir das Messer ein wenig tiefer in den Rücken zu stecken (irgendwie schon fast komisch, daß dies seit Jahren hier steht, aber manche Sachen bekommen erst mit den Jahren eine völlig neue Qualität); Rücksichtslosigkeit; Blinder Ehrgeiz; berechnende Menschen;

Motto:
Man muß die Dinge im Leben so nehmen wie sie kommen,
aber dafür sorgen, daß so kommen wie man sie will.

Bringe in alles was du tust dein Herz und deine Liebe ein, mache es so gut du es kannst und es wird dich glücklich machen.